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    Workshop 2005

    Eine neue Sicht auf die Notwendigkeit von betriebswirtschaftlichen Überlegungen im betrieblichen Alltag verschaffte vor kurzem der Workshop „Wie gut ist mein Betrieb?“ im Hotel Kongressissimo. Das vom Wirtschaftsforum veranstaltete Seminar lieferte Handwerksmeistern und Einzelhändlern einen Einblick auf die Sichtweise von Banken, wenn diese die Bonität eines Betriebs beurteilen. Geleitet wurde der Workshop von Robert Fuchsgruber von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (HWK). Für viele kleine und mittlere Unternehmen sind die betriebswirtschaftlichen Aufgaben der Unternehmensführung oft nur ein notwendiges Übel. So gesehen war der Workshop ein runder Erfolg, als die Teilnehmer am Ende feststellten: „Es genügt nicht allein, in seinem Handwerk gut zu sein, man muss auch den finanziellen Erfolg seiner Arbeit im Auge behalten.“ Firmenkundenberater Rüdiger Meier vom Sparkassen-Finanzzentrum Vilsbiburg informierte die Teilnehmer zunächst über Inhalte und Aussagekraft von Ratings, die in Zeiten von Basel II erhebliche Auswirkungen auf die Kreditvergabepolitik der Banken hat. Er zeigte auch Möglichkeiten auf, wie ein Unternehmer durch ordentliche Kontoführung und geschickte Bilanzierung seine Bankbewertung zum Teil erheblich verbessern kann. HWK-Unternehmensberater Robert Fuchsgruber führte dann die Teilnehmer in ein Fallbeispiel vor realem Hintergrund ein: Ein Handwerker beantragt einen Kredit in Höhe von 50.000 Euro. In seiner Bilanz, welche die Teilnehmer in Arbeitsgruppen beurteilen sollten, steckten eine Reihe von Problemen: Seine Kunden bezahlten aufgrund später Rechnungsstellung und mangelndem Mahnwesen die Rechnungen erst nach durchschnittlich einen halben Jahr, was seine Konten erheblich belastete und ihn bei den Lieferantenzahlungen in Rückstand brachte – mit direkten Verlusten auf dem Konto. Die „steueroptimierte“ Bilanz – möglichst geringe Gewinne – wirkte sich ebenfalls negativ auf das Rating aus. Eine außerordentliche Investition war ebenfalls nicht als solche erkennbar, und die Finanzierungsstruktur war nicht optimal. Die Teilnehmer durchforsteten die Unterlagen des Beispielfalls unter fachlicher Begleitung und deckten die Schwachstellen auf. Anschließend präsentierten die Gruppen Lösungsvorschläge, wie das Unternehmen sich aus eigener Kraft besser finanziell darstellen kann. Anschließend beurteilten die beiden Finanzexperten den Fall und die vorgeschlagenen Lösungen und präsentierten die Auswirkungen auf den Kreditwunsch. Zur Überraschung der Teilnehmer zeigte Rüdiger Meier am Schluss auf, dass sich diese Verbesserungen extrem auf die Ratingnote auswirkt: Das Modellunternehmen könnte sich in diesem Fall 10.000 Euro Zinsen auf die Darlehenslaufzeit sparen. Der Workshop bot zudem Zeit für einen Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern und mündete in ein stilvolles Abendessen im Hotelrestaurant.